Auf der Suche nach einem Geldautomaten

Als ich vor etwa zwei Wochen nach Japan aufgebrochen bin, war mir nicht bewusst, dass dieses Land noch viel mehr auf Bargeld vertraut als der gemeine Deutsche. Mit 100.000 Yen im Gepäck dachte ich also ich bin für den ersten Monat ganz gut ausgerüstet. Leider rinnt einem das Geld hier deutlich schneller durch die Finger, als ich zunächst angenommen habe. Über meine Blauäugigkeit habe ich ja schon berichtet.

So habe ich also für Kyonan 10.000 Yen bezahlt, das Suiko So hat mit 13.200 Yen zu Buche geschlagen und die anfänglichen Ausgaben für die Wohnung (Endreinigung und Service-Entgelt) verdunsteten 21.000 Yen. Da war dann auch die Hälfte weg und die Miete noch nicht bezahlt. Nach Abzug von lebensnotwendigen Gütern – damit ist nicht nur essen gemeint – blieben mir gestern Abend noch runde 15.000 Yen.

Gehalt wird hier rückwirkend am 17. des nächsten Monats gezahlt. Damit hatte nicht einmal Mori-sensei gerechnet. Bei täglichen Kosten von rund 2.000 Yen wäre ich also binnen einer Woche bargeldlos und die Miete war immer noch nicht bezahlt. “Kein Problem,” dachte sich der Gaijin, “ich hab ja eine Visa Karte.” In jedem Konbini hier in der Gegend stehen die drei magischen Buchstaben, die ich gewillt war anzusteuern: ATM. Der Reiseführer beschreibt die Aussprache mit [Aej-Ti-Aem]. Diese Abkürzung stammt selbstverständlich aus dem Englischen und wurde direkt so übernommen, anders als bei ‘Convenience Store = Konbini’. Dem Geldbekommen sollte also nichts im Wege stehen.

Nach drei verschiedenen Läden (MiniMarkt, 7eleven, Lawerence) war ich mir sicher: Hier bekomme ich kein Geld. Im ersten Laden (gestern Morgen) habe ich noch gedacht, kein Visa Zeichen, kein Geld. Alles kein Problem. Im zweiten Geschäft (gestern Abend) habe ich extra auf das Visa-Zeichen geachtet, trotzdem kein Geld. Das dritte Gerät hat mir dann endlich verraten, dass es nur an japanische Karten auszahlt. Immerhin ließen sich alle Automaten auch auf Englisch umstellen, sonst hätte ich so oder so nicht gewusst, was ich falsch mache.

Etwas frustriert habe ich dann erstmal aufgegeben und beschlossen meinen Reiseführer zu wälzen. Dieser schreibt: “Internationale Geldautomaten sind zunehmend verfügbar (auch in Englisch).” Leider verliert dieses Büchlein kein Wort darüber, wo man am besten nach einem solchen Gerät sucht. Heute Morgen habe ich dann das Internet befragt: Visa kümmert sich um seine Kunden. Nach Auswertung der Ergebnisse war ich mir sehr sicher, ich würde in einem Postamt einen finden.

Nach dem Stempeln also ab auf das Fahrrad und auf Postamtsuche gegangen. Ich erinnerte mich dunkel, dass eines in der Nähe war. Nach etwa zehn Minuten hab ich es auch gefunden – es ist direkt an der Hauptstraße. Und dort war dann auch der ersehnte Automat. Auch auf Englisch habe ich zwar zunächst nicht verstanden was das Gerät von mir will, aber Probieren geht bekanntlich über studieren. Es ist an den Automaten meist so, dass man zunächst auswählen muss, was man erledigen möchte, dann erst füttert man die Karte. Nachdem der Gaijin eine Schlange ausgelöst hat, war dann aber auch der Automat mit der Eingabe zufrieden. Ein paar Scheine in der Hand verließ ich das Postamt, ab zum nächsten Konbini: Mittag!

Zwei Tipps für zukünftige Japan Besucher:

  1. Nur Bares ist Wahres.
  2. Im Postamt bekommt man Bares. Internationale Automaten haben einen Aufkleber mit verschiedenen Kreditkartensymbolen und es steht darüber “Need Cash?” Postämter erkennt man an einem roten T mit einem ebenso roten Balken darüber: 〒. (ShizAJET, Englisch) Dieses Zeichen wird auch benutzt um Adressen anzugeben.
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3 responses to “Auf der Suche nach einem Geldautomaten

  1. Ende gut alles gut! Bei einem Besuch also viele Scheine einstecken oder darben …

  2. Ist das Bargeldholen für dich mit einer Gebühr verbunden (die evntl sogar angezeigt wird?)?

    • Ich habe meine Visa bei der deutschen Bank und bei diesem Verein ist so ziemlich alles mit Gebühren verbunden. Man kann sich da aber sicher in Voraus informieren, ob es günstigere und bessere Angebote von anderen Kreditinstituten gibt. Angezeigt werden die Gebühren, zumindest am Geldautomaten, nicht. Es wird darauf verwiesen, dass es Gebühren kostet, nicht jedoch wie viel. Das habe ich erst aus meiner Abrechnung erfahren.

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