わたし わ マーチン です。(Ich bin Martin.) – Der erste Sprachkurs

Am Anfang war das Wort…

Oder so ähnlich. Vergangenen Samstag war es endlich soweit: Mein erster Sprachkurs. Die Mito City International Association (MCIA) hat sich meiner Unkenntnis angenommen und versucht jetzt alles menschenmögliche um diesen Zustand zu korrigieren. Fortan werde ich samstags einen Kurs besuchen, der mir zumindest rudimentäres Japanisch beibringen soll.

Als ich am 21. 12. 2013 gegen 9:10 Uhr das Haus verlassen hatte, war ich schon seelisch und moralisch auf eine 5 km lange Fahrradfahrt vorbereitet. Gesetzt den Fall man kennt den Weg, bleibt es sicher auch bei dieser Distanz. Wie immer habe ich mich jedoch verfahren. Ziemlich abgehetzt habe ich es dann doch noch pünktlich geschafft. Zwischenzeitlich habe ich nicht mehr daran geglaubt, da mich auch mein Tablet im Stich lassen wollte. Nun ist es eine Sache den Weg zur MCIA zu finden, man sollte dann auch wissen wohin man dort will. Dort angekommen, war wieder Suchen angesagt. Im Zweifel immer Richtung Lärm – sicher in diesem Fall der richtige Gedanke. Nun hatte ich einigermaßen die Hoffnung Lehrerinnen und Lahrer daran zu erkennen, dass sie Japanerinnen bzw. Japaner sind. Mit einiger Sicherheit kann man behaupten, dass sind sie auch. Aus einer großen Ansammlung Asiaten, lassen sie sich dann doch nicht so gut identifizieren. Also dann, Herz in die Hand, oder auf die Zunge und jemanden ansprechen – in einer Sprachschule, wo auf Englisch unterrichtet wird, sollte mich ja jemand verstehen. So war es auch.

Wie immer sehr freundlich wurde ich gebeten mich zu setzen und abzuwarten. Kurz darauf bekam ich ein Kontaktformular ausgehändigt. Das habe ich brav ausgefüllt und auch jede Frage mit “Nein” beantwortet. Die Fragen bezogen sich natürlich auf meine Vorkenntnisse und selbst wenn man こんにちは (Konnichiwa) als Vorkenntnisse bezeichnen würde, so hätten ich es ja gar nicht hin schreiben können. Die zwanzig Zeichen, die ich bisher lernen konnte kommen mir zwar nicht mehr unbekannt vor, aber verwechseln werde ich sie wahrscheinlich noch eine ganze Weile.

Anschließend wurden natürlich die üblichen Fragen gestellt: Woher man kommt, was man macht und wie es einen nach Japan verschlagen hat. Daran kann man sich natürlich auch schnell gewöhnen, weil diese Fragen immer und immer wieder gestellt werden werden. Dabei ist das Erstaunen nicht etwa bei der Herkunft am größten, sondern vielmehr, dass man an der Universität arbeitet. Und dann auch noch Chemie. Wenn ich erzähle, wie es mich nach Mito verschlagen hat, bleibt natürlich nicht unerwähnt, dass ich bereits promoviert bin. Das macht die Aufregung perfekt.

Die meisten Japanerinnen und Japaner geben sich natürlich damit ab, dass man aus Deutschland (ドイツ, Doitsu) kommt. Sie wollen es genauer wissen. Wenn man dann Erfurt als Heimat angibt kann eigentlich keiner irgendetwas damit anfangen. Auch mit Ost-Deutschland ist man noch nicht wirklich auf vertrautem Terrain. Man muss schon Städtenamen wie Frankfurt, Dresden und Leipzig fallen lassen, damit man ein “Ahh!” erntet. Eine der Folge-Fragen ist dann noch, wie weit es von München entfernt sei. München ist hier sehr bekannt, weil es neben Frankfurt einer der Flughäfen ist, in denen man in Europa umsteigt. Bei den Männern eher wegen dem FC Bayern und Oktoberfest bekannt. Zumindest in der Sprachschule hat diese Einordung immer noch nicht ausgereicht. In der Pause wurde ein Atlas gefunden um es ganz genau zu untersuchen. Viele der Lehrerinnen – ich habe tatsächlich in der MCIA nur Lehrerinnen kennen gelernt – sind viel gereiste Menschen. Einige von Ihnen waren auch schon in Deutschland.Ein wunderbarer Anlass, Erlebtes noch einmal zu rekapitulieren. Und auf diese Weise hat man direkt ein gutes Gesprächsthema.

An diesem Tag war ich der einzige blutige Anfänger, weshalb ich in den Genuss von Einzelunterricht gekommen bin. Die 500 Yen pro Doppelstunde sind mehr als Fair, dazu kommt, dass es in der Pause auch noch kleine Snacks und Getränke gibt. In dieser ersten Unterrichtseinheit ging es natürlich hauptsächlich um die ganz grundlegenden Redewendungen. Alltägliches und zur Vorstellung relevantes. Ein Großteil der Zeit haben wir Zahlen geübt. Was auf dem Papier sehr einfach aussieht ist leider doch sehr viel verwirrender als zunächst gedacht. Ohne weiter ins Detail gehen zu wollen: Prinzipiell sollte ich jetzt zählen können. Wenn da nur nicht das schlechte Gedächtnis wäre.

Nach dem Wort ist vor der Schrift

Hören und wiederholen ist ein Aspekt, lesen ein Anderer und wenn es an Notizen machen geht wird es kompliziert. Die japanische Sprache bemüht drei verschiedene Schreibschriften: Kanji (chinesische Charakter), Hiragana und Katakana (japanische Silbenschrift). Die Schriftsprache ist eine Kombination dieser Symbole, wobei Katakana für Fremdwörter benutzt wird. Immer häufiger findet man auch Romanji, also die bei uns gebräuchlichen lateinischen Buchstaben. Hauptsächlich in Anzeigen und Verpackungen, was hauptsächlich zur Internationalisierung dient. In meinem jetzigen Lern-Stadium gleicht das notieren noch sehr einem abmalen. Zunächst die Hiragana, dann in Romanji die Ausprache und zum Schluss die Übersetzung. Die zwei Stunden vergehen dabei natürlich wie im Flug, man wird mit vielen Informationen vollgepumpt. Als Hausaufgabe gibt es einen Satz Papier: Hiragana schreiben üben. Der nächste Sprachkurs ist leider erst am 11. Januar 2014 aufgrund der Neujahrsferien. Bis dahin heißt es Finger glühen lassen…

Anmerkung: Diesen Artikel habe ich vor etwa einer Woche begonnen zu schreiben, seit dem ist viel passiert. Dank Weihnachten und Jahresendstimmung war doch einiges los im beschaulichen Mito. Falls der Rote Faden irgendwo im Text verloren gegangen ist, bitte ich zunächst um Verzeihung und anschließend um Hinweis. どうも  ありがとうございます。Vielen Dank.

 

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