Nachtrag: メリークリスマス!Merry Christmas! Frohe Weihnachten!

Dieser Artikel hätte schon vor einiger Zeit erscheinen sollen, aber ich habe es aus Zeitmangel immer wieder verschoben. Angelegt wurde er schon am 26. Dezember 2014 und trägt daher dieses Datum. Seit dem ist natürlich viel passiert, aber ich werde versuchen in aller Kürze die wichtigsten Punkte noch aufzuarbeiten.

Die Ausstattung wächst…

Willkommen in der Familie Lenox13-san. Der neueste Sklave der Arbeitsgruppe durfte am 26. Dezember 2013 das erste mal universitären Saft kosten. In einem großen Paket, kam die Höllenmaschine pünktlich zu Weihnachten ins Büro. Aufgrund der Weihnachtsfeier im Wohnheim (siehe weiter unten) und dem Jahresendspurt im Aufräumen, blieb jedoch keine Zeit das Gerät an diesem Tag einzuweihen.

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Vom rein physikalischen Standpunkt aus gesehen, steht er zwischen  Lenox03 und Lenox10 und verfügt möglicherweise auch über die gleiche Rechenleistung beider anderer Knoten zusammen. Im Gegensatz zu meiner letzten Arbeitsgruppe (AG Frenking), gibt es hier keinen festgelegten Administrator für die System, sondern sie werden, wie sie sind bei einer Firma eingekauft. Insofern kann eigentlich jeder Änderungen am System vornehmen. Inwiefern das ein von Vor- oder Nachteil ist, sei mal dahin gestellt, ein Reuti kann sowieso nicht ersetzt werden. Das schöne ist allerdings, dass Lenox13 mein ganz persönlicher Sklave ist. Mit zwanzig Kernen des Typs Intel Xeon CPU E5-2680 v2 @ 2.80GHz und ca. 128 GB Arbeitsspeicher ist er durchaus eine solide Arbeitsgrundlage.

Bereits einige Tage zuvor kam ja mein neuer Arbeitsplatz-Laptop an. Am 26. Dezember dann noch eine Überraschung: Ein neuer großer Monitor. Das Gerät bringt recht deutlich zum Ausdruck, wie klein eigentlich mein Arbeitsplatz ist, bzw. wie riesig der neue Monitor. Abschließend muss festgestellt werden, dass mein Arbeitsplatz jetzt endlich aussieht wie bei einem waschechten N3rd. Lediglich ein paar USB-Gadgets und die Kaffee-Pipeline fehlen noch.

workspace of a nerd.

Workspace of a N3rd, from a fancy socks point of view.

Es ist immer noch mehr Platz für noch mehr Weihnachten…

Weihnachtsparty hin oder her, das ist ja schließlich nur besaufen. Dabei geht es beim traditionellen Weihnachtsfest gar nicht um das Trinken allein. Wie wir alle wissen, geht es ums Essen, jede Menge Essen. Während in den meisten christlich geprägten Staaten der Weihnachtsfeiertag frei ist und opulent zum Mittag, Nachmittag, Abend, oder kontinuierlich gespeist wird, verlagern sich hier die Feierlichkeiten auf den Abend. Die Ankündigung des Weihnachtsessen lautete auf sieben Uhr, wie so oft und in den nachfolgenden 30-40 Minuten sammelten sich dann auch die Teilnehmer in der so genannten Lounge. Wie eigentlich fast immer beginnt alles mit einer – vor mir mittlerweile eingeplanten – Verspätung. So blieb genug Zeit, den Raum so vorzubereiten, dass man in einem großen Kreis sitzt.

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Das Abendessen wird von allen zusammengetragen und es ist damit garantiert, dass es eine sehr große Auswahl an Speisen gibt. Wer nicht kochen mag, kann alternativ Getränke oder Snacks mitbringen. Egal wie viel an einem Abend zusammen getragen wird, am Ende des Abends ist alles leer.

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Das Interesse an der deutschen Küche ist natürlich sehr groß. Für die Meisten allerdings ist es kaum vorstellbar, dass es nicht zu jeder Mahlzeit Reis gibt. Wie Mori-sensei einst erwähnte, ist für Japaner ein Essen nicht vollständig, wenn es keinen Reis gibt. Im Supermarkt kann man auch gekochten Reis in kleinen Behältern erstehen. Das bekannteste der deutschen Küche ist die Wurst, dabei wird selbstverständlich nicht unterschieden um was für eine Wurst es sich handelt. Auch die Frage, ob ich mal Wurst machen könnte kam schon auf. In aller höflichster Form musste ich da ablehnen – meine Kenntnisse bezüglich von Würsten beschränken sich einzig und allein auf die Endabnahme.

Also beschloss ich das nächstbeste zuzubereiten: Hackfleischbällchen, bzw. bei uns zuhause besser bekannt als Klöpse. Diese haben neben der einfachen Zubereitung auch den Vorteil, dass sie sehr einfach mit Stäbchen greif- und verzehrbar sind. In diesem Sinne sollten sie doch eigentlich zum Exportschlager im asiatischen Raum avancieren. Als Beilage gibt es Brot und als Soße eine Art Letscho. Zugegeben, das letztgenannte ist kein traditionell deutsches Gericht, ist aber nah genug dran. Und so nahm der Abend dann seinen Lauf. Zu Gast waren außerdem die Eltern von Jeremy. Und zwischen dem Essen und den Gesprächen gab es eine musikalische Einlage. Alles in Allem doch ein sehr heiterer aber gemütlicher Abend. Ausnahmsweise mit ganz wenig Alkohol und gar keinem Wetttrinken.

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Den Abschluss einer jeden Party bildet das gemeinsame Aufräumen. Das bedeutet eigentlich nur, dass Müll in die vorgesehenen Tüten verschwindet und die Möbel wieder zurecht gerückt werden. Das wird jedoch als ‘Chaos’ oder ‘Mess’ bezeichnet, ist aber meist in wenigen Minuten erledigt. Selten artet hier irgendetwas aus und falls wirklich mal ein Becher umfällt, dann wird selbstverständlich sofort gereinigt. Eine Party ist demnach etwas ruhiger hier – man könnte fast sagen altersgerecht.

Das Jahresabschlussbesäufniss der Arbeitsgruppe

Nomikai. Wie bereits angedeutet gibt es mehrere Versionen dieser tief verankerten japanischen Tradition. Hier liegen Freud und Leid oft sehr nahe bei einander. Sicher ist in jedem Fall, dass der Folgetag als Ruhetag eingeplant werden sollte. Zum Jahresende hin ist es in Japan üblich, dass man im Kreise der Kollegen ein Nomikai veranstaltet. In unserem speziellen Fall wurde in einem Restaurant ein Separee gemietet.

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Die Organisation wird von einem Mitarbeiter übernommen, der dann auch für das Geldeintreiben zuständig ist. In diesem konkreten Fall hat die Teilnahme 3000 Yen gekostet, darin war neben Speisen aber auch sämtliche Getränke enthalten. Und bei den hier anzutreffenden Bierpreisen ist das sicher ein ganz fairer Preis.

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Nachdem es (pünktlich) 19.00 Uhr begonnen hat, fiel um 22.00 Uhr der Vorhang. Die Beendigung des Essens wurde mit: “Are you going to the second Party?” (Gehst du auch zur zweiten Party?) eingeläutet. Wie so oft ist nach der Party, vor der Party. Im wesentlichen sucht man sich ein Startrestaurant und kämpft sich dann (zur Universität) zurück. Einige der Anwesenden haben auf den Nachschlag verzichtet, darunter auch Konno-san. Offenbar fehlt ihm genau das Gen, was für den Alkoholabbau zuständig ist. Das wiederum führt dazu, dass ein Bier schon vollkommen ausreichend ist. Da Konno nicht der Einzige ist, dem das so geht, gibt es hier auch sehr viele leicht alkoholisierte Getränke. Darunter auch Biere mit zirka 2-3%.

Die zweite Party fand dann in einem anderen Restaurant statt. Und wie so üblich, werden zunächst Getränke bestellt und dann noch einmal Speisen – querbeet durch die gesamte Karte. Und das würde genau so weitergehen, bis der Laden zumacht oder auch der Letzte nicht mehr stehen kann. Durch kontinuierlichen Alkoholkonsum ist die Stimmung auch immer besonders entspannt und enthemmt. Es wird viel gelacht und hin und wieder auch mal ein wenig die Einrichtung dekonstruiert. Kann ja mal passieren, wenn man nicht mehr gerade stehen kann – vor allem wenn dann auch noch alles so eng ist und jeder auf dem Fußboden sitzt. Mehr möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht erzählen. Die Rechnung wird wie bei jeder dieser Veranstaltungen gleichmäßig unter den Teilnehmern aufgeteilt.

Im Übrigen funktioniert ein Nomikai ohne Speisen eher schlecht. Wenn man nicht gerade in Restaurants unterwegs ist, werden zusätzlich zu den Getränken auch jede Menge Snacks eingekauft. Nicht selten kommt es hier im Wohnheim vor, dass nochmal jemand kurz aufs Zimmer geht und etwas essbares zubereitet.

Gegen zwölf Uhr habe ich mich dann verabschiedet. Im Gegensatz zu den Studenten hatte ich ja noch einen Arbeitstag vor mir. Das dieser Tag ein besonders schöner werden würde, war mir schon auf dem Heimweg klar…

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