Was hast du getan?! (Achtung Fettnäpfchen)

“What have you done?” war eine Reaktion, die ich gestern Abend ausgelöst habe. Gleich darauf die Erklärung: Du hast das Geschenkpapier zerrissen. In Gedanken hallte neben der Tetris-Musik auch ein leises “Stimmt, stimmt, stimmt, …” durch mein graues Weichgewebe. Aber alles wieder auf Anfang und dann kurz und bündig, aber in Ruhe geschildert.

Zwischen dem Verschenken von Dingen und dem Etwas geschenkt bekommen herrscht ein nicht näher spezifizierbarer Dualismus. Als Schenker will man, gemäß sozialer Konventionen oder möglicherweise aus sehr viel positiveren Motiven heraus, anderen Menschen eine Freude bereiten. Nicht zu leugnen ist daher eine gewisse Grundnervosität. Als Beschenkter möchte man sich ehrlich freuen können. Eine Aufgabe, die möglicherweise nicht immer leicht fällt; darauf sollte man vorbereitet sein. Überraschungen sind da natürlich Expertenlevel.

Gestern wurde ich überrascht. Einige aus dem Wohnheim waren von Freitag auf Samstag unterwegs zu einer Art Camp/ Retreat/ Freizeit. Ich konnte leider nicht mitfahren, da mich die Arbeit beschäftigt hielt. Zu unserem gestrigen Abendessen erhielt ich dann ein wunderschön eingepacktes Paket: Ein Souvenir, wie mir mitgeteilt wurde. Auch wenn ich mir hier nicht ganz sicher bin, so scheint auch das eine Art Tradition zu sein. Von Reisen bringt man Kollegen, Freunden oder auch der Familie etwas mit. Ich habe mich also freudig bedankt und daran gemacht das Paket zu entkleiden. Und da passierte dann der fatale Fehler. Während es in vielen Kulturen als unhöflich gilt, das Geschenkpapier nicht zu zerreißen, ist hier genau das Gegenteil der Fall. Auch wenn es später in den Müll wandert, schätzt man die Umhüllung doch wert und versucht sie so gut wie möglich zu erhalten. Im Geschenk waren kleine einzeln verpackte Törtchen, die dann der Allgemeinheit zum Verzehr angeboten werden. Das Teilen spielt beim Schenken also eine große Rolle. Was genau ich da verzehrt habe weiß ich nicht, aber es war sehr süß und sehr lecker. Und so bin ich wieder ein bisschen schlauer geworden.

 

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