春が来た。Der Frühling ist gekommen.

Am 25. Januar 2014 feierten wir in der Mito City International Association (MCIA) den Beginn des neuen Jahres mit einer Shinshun Party (新春パーテイーヘ). Wenn man jetzt mit einer gewissen Retrospektive die Ereignisse beurteilt, so ist es doch sehr unterhaltsam, dass wir den Frühling herbeigerufen haben und der Rekordwinter über Japan hereinbricht. Glück wenn man den Umständen mit Humor entgegen treten kann. An diesem Tag sah es nach einem zeitigen Start der wärmeren Jahreszeit aus. Ja man konnte sogar schon die ersten Knospen an den Bäumen im Kairakuen Park vermuten. Die Pflaumen-Blüte ist das erste Großereignis des Frühlings. Die Festlichkeiten sollen bereits am 20. Februar beginnen und bis zum 31. März andauern. Bei der momentanen Wetterlage bin ich mit Prognosen aber vorsichtig. Wenn es weder schneit noch regnet werde ich dem Park am kommenden Samstag (22/02/2014) einen Besuch abstatten und anschließend das Orakel mimen. Nun aber zurück zur Geschichte.

Nach dem Sprachunterricht ging es fast nahtlos über in die Festlichkeiten. Zunächst richtete der Präsident der MCIA ein paar wohlklingende japanische Worte an die Gäste. Keine davon hab ich auch nur ansatzweise Verstanden. Durch das Programm wurde dann zweisprachig geführt. In Japan ist es üblich feste gemeinsam mit dem Anstoßen zu beginnen, bis der Letzte ein Getränk hat darf noch keiner Trinken. Mit einem Kanpai und dem Anstoßen der Gläser (Pappbecher) in der unmittelbaren Umgebung wird dann auch das Buffet eröffnet. Während der ersten Stunde gibt es dann genügend Möglichkeiten sich mit anderen Teilnehmern auszutauschen. Zum Essen der einzelnen Köstlichkeit kam man kaum. Viele der Lehrerinnen trugen zu diesem Anlass einen festlichen Kimono, das war sehr beeindruckend, leider habe ich keine Bilder davon gemacht. Außerdem stand auch ein wunderschönes Pflanzen Ensemble neben dem Mikrophon, aber auch hier habe ich verpasst Bilder zu machen. Möglicherweise lassen sich noch ein paar von den eifrigeren Fotografen auftreiben.

Im Anschluss an das Essen durften sich alle Ausländer vorstellen. Schließlich will auch jeder wissen, mit wem man es hier zu tun hat. Dabei habe ich dann auch das erste Mal Europäer getroffen. Einen Herren und eine Dame aus unserem wundervollen Nachbarland Frankreich (フランス). Dazu gehörte auch, dass jeder eine Kostprobe nationalem Liedgutes zum Besten geben sollte. Vollkommen überrascht von dieser Aufgabe musste ich leider auf ‘Alle meine Entchen zurück greifen’ und ich glaube sogar hier hab ich mich zwischendrin verhaspelt. Irgendwie hat es am Ende dann aber wieder gepasst. Kinderlieder eignen sich immer gut um die japanische Bevölkerung zu beeindrucken. Ich glaube das nächste mal singe ich ‘Bruder Jakob’ und hoffe, dass unsere Nachbarn auf Französisch einstimmen.

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(Die Weiterverwendung dieses Bildes ist untersagt. Credit to MCIA.)

Als sich dann alle 15 Nationen vorgestellt hatten war gemeinsames Singen angebracht. Wie ich weiter oben schon erwähnt habe sollte damit der Frühling gerufen werden. Jetzt kann man mit Gewissheit sagen: ‘Hat nicht so gut funktioniert.’ Ambitioniert habe ich auch versucht mitzusingen. Dankbarer Weise wurde der Text auch verteilt und noch viel besser war, dass über den Kanji in kleinen Furigana die Aussprache stand. Mein Hiragana ist mittlerweile sogar halbwegs flüssig, so dass ich etwas vorlesen kann. Ich würde zwar nicht verstehen was ich sage, aber das tue ich auch manchmal nicht wenn ich Deutsch oder Englisch rede. Ich habe ein Video mit diesem Lied gefunden, welche aber leider gelöscht wurde. Als Ersatz gibt es ein anderes Video, was hoffentlich mehr Bestand hat. (Wenn es nicht mehr zu sehen ist, bitte ich um einen kurzen Kommentar. Vielen Dank.)

Der Liedtext zum Mitsingen (Ich habe es sogar in hübschen lateinischen Buchstaben aufgeschrieben.):

一、春が来た 春が来た どこに来た。
(1, Harugakita Haurugakita Dokonikita.)
山に来た 里に来た 野にも来た。
(Yamanikita Satonikita Nonimokita.)
二、花がさく 花がさく どこにさく。
(2, Hanagasaku Hanagasaku Dokonisaku.)
山にさく 里にさく 野にもさく。
(Yamanisaku Satonisaku Nonimosaku.)
三、鳥がなく 鳥がなく どこでなく。
(Toriganaku Torinagaku Dokodenaku.)
山でなく 里でなく 野でもなく。
(Yamadenaku Satodenaku Nodemanaku.)

Der nächste Programmpunkt war Tanzen. Immer wieder ein Spaß für Bewegungslegastheniker wie mich. Wir erinnern uns kurz an die letzte Dorfkirmes der wir beigewohnt haben. Ja für Einige stellt das vielleicht ein Problem dar. Alternativ kann man sich auch die letzte Karnevalssitzung die man rein zufällig gesehen hat ins Gedächtnis rufen. Und die folgenden Zeilen muss man fast unweigerlich im Kopf mitsummen:

Hier fliegen gleich die Löcher aus dem Käse,
Denn nun geht sie los unsere Polonäse
Von Blankenese bis hinter Wuppertal. 😛 <- Klickediklack

So, jetzt weiß auch jeder wovon ich spreche und ich habe euch auch gleich noch einen Ohrwurm verpasst. Sehr ähnlich ist der japanische Volkstanz, den ich jetzt zur Perfektion beherrsche. Das ist ganz einfach, man kann das zuhause mal ausprobieren. Der erste Schritt hat noch gar nichts mit Tanzen zu tun, sondern ist Schnick-Schnack-Schnuck. So bilden sich zuerst Paare und dann kurze Ketten und dann lange Ketten, wobei sich der Verlierer immer hinten anstellt. Zu guter Letzt bildet man einen Kreis. Und dann geht es los. Zweimal auf dem rechten Bein hüpfen und dabei das linke Bein in die Kreismitte angehoben angewinkelt. Anschließend des gleiche mit dem linken Bein. Jetzt kommt der schwierige Teil: ein kurzer Schlusssprung nach vorne und anschließend sofort wieder ein kurzer Schlusssprung nach hinten. Und damit man sich auch ein wenig durch den Raum bewegt, zum Abschluss noch zwei Schlusssprünge nur nach vorne. Der Haken an diesem Tanz ist, dass die Musik immer schneller wird. Am Ende macht jeder eine Hampelmann ähnliche Figur.

(Die Weiterverwendung dieses Bildes ist untersagt. Credit to MCIA.)

(Die Weiterverwendung dieses Bildes ist untersagt. Credit to MCIA.)

Krönender Abschluss der Feierlichkeiten bildet ein Bingo Spiel. Wie gebannt starren alle auf ihre kleinen Pappkärtchen und vorne werden die Zahlen verkündet. Auch ich war an diesem Tag ein Gewinner. Ein Handtuch konnte ich auf dem Heimweg mein Eigen nennen. Und ein Handtuch kann man in Japan immer gebrauchen, denn auf den wenigsten öffentlichen Toiletten findet man Händetrockner. Nach etwa drei Stunden war das Spektakel dann vorbei. Die meisten gingen erheitert und zufrieden nach Hause. Einige neue Bekanntschaften konnte ich auch knüpfen. Ein voller Erfolg!

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3 responses to “春が来た。Der Frühling ist gekommen.

  1. Pingback: Im Kühlschrank des Kaiserreiches (Teil 1, Sapporo Snow Festival) | The Daily Stamp·

  2. Hättest du nicht wenigstens anger 77 singen können;) alle meine entchen würde ich aber auch nicht spontan 100% deckungsgleich zusammen kriegen. Zum glück hat man keine Kinder;)

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