Das Fahrrad ist tot, lang lebe das Fahrrad!

Gestern hat sich mit einem lauten Knall das von Mori-sensei geliehene Fahrrad verabschiedet. Nach erster Inspektion – schließlich bin ich ein absoluter Fachmensch auf diesem Gebiet – kam ich zu der Überzeugung: “Das geht schon noch. Das lässt sich reparieren.” Nunja, es ist ja auch schließlich nicht mein Fahrrad und deshalb soll man natürlich auch nichts unversucht lassen.

Nun ja, ein zweiter Blick am Abend ließ dann schon Schlimmeres erahnen. Die Aufhängung für die Pedale ist aus dem Rahmen gebrochen und hing dann nur noch schief in der Gegend herum. Ein Reparatur-Versuch von einem echten Fachmann, war es mir dennoch wert. So sind Ishi und ich dann heute Nachmittag zum Fahrradhändler um die Ecke gelaufen. Ein kurzer Blick von ihm und ein vielsagendes Kopfschütteln gaben selbst mir das deutliche Zeichen: “Fahrrad ist tot.”

Nach sechs Monaten treuen Dienstes, stand die schreckliche Diagnose innerhalb von Sekunden fest. Was tun vor lauter Verzweiflung? Nur noch Laufen und Bus fahren? Auf gar keinen Fall, erstens wird das schnell teurer als ein neues Fahrrad und zweitens ist mensch dann doch nur noch vom Fahrplan abhängig. Ausflüge zur Sprachschule, Kairakuen oder Senba Lake würden dann deutlich kürzer ausfallen oder gar erst nicht stattfinden. Das galt es nun mit allen Mitteln zu verhindern.

Die Lösung lag demnach schnell auf der Hand und die Mittel bekamen somit nur noch das Attribut finanziell und die Sache war dadurch schon fast geregelt. Ishi riet mir dann auch gleich ganz woanders ein Fahrrad zu kaufen. Ich war da auch recht gutgläubig, schließlich ist er Ortskundig. Gesagt, tun getan: Auf zum Baumarkt!

Die Ernüchterung folgte schnell, das Angebot war nicht besonders groß entsprach auch nicht wirklich meinen Vorstellungen und zudem waren die vorhandenen Exemplare der Spezies Zweirad auch noch teuer. Und so kommen wir zum Allheilmittel: Mega Don Quijote! Also wieder ins Auto und ab in die Stadt.

Und dort stand es dann, eingehüllt in Blasenfolie und Packpapier: The Black Pearl. Schnell wurde mir bewusst, das mit fünf Euro da nichts zu machen ist. Im Gegenzug für meine zirka 18.000 Yen bekam ich ein funkel-niegel-nagel-neues Fahrrad und das auch noch in schwarz. Dank perfider Verhandlungstechnik seitens Ishi hab ich auch noch Geld gespart. Geschmeidige sechs Gänge hat das gute Stück und einen äußert voluminösen Einkaufskorb. Versicherung wurde auch gleich mit abgeschlossen und ich war beruhigt, schließlich steht ja auch ‘Golden Week’ vor der Tür und da möchte man unter gar keinen Umständen immobil sein.

Die neue Mobilitätsgarantie wird dann auch spätestens am Wochenende ausgiebig getestet. Japan hüte dich, der verrückte Deutsche ist unterwegs!

The Black Pearl

Postscriptale Fortsetzungsanmerkung

Dieser Eintrag der akuten aktuellen Ereignisse bedeutet selbstverständlich nicht, dass das Geschehene nicht noch aufgearbeitet wird. In Japan steuern wir gerade auf die Golden Week zu, eine Reihe von Feiertagen. Ich werde dann hoffentlich die Zeit finden etwas den Stabel abzuarbeiten.

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One response to “Das Fahrrad ist tot, lang lebe das Fahrrad!

  1. Pingback: Happy Golden Week – Life is too short for boring socks… | The Daily Stamp·

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